KÄRNTENS SPRUDELNDER SCHATZ
Geheimnisvolle Tiebelquellen
Sie sprudeln und sprudeln und sprudeln. Bis zu 100 Quellen treten im Gebiet unterhalb der Prekowahöhe ans Tageslicht und liefern rund 700 Liter Wasser pro Sekunde. Dieses glasklare Trinkwasser versorgt die Region bis nach Feldkirchen – ein natürlicher Schatz, den man kaum hoch genug wertschätzen kann. Dank der konstanten Wassertemperatur von etwa sieben Grad friert die Tiebel selbst im strengsten Winter nicht zu. Einer Überlieferung nach sollen sogar russische Soldaten im Winter 1799 während des Zweiten Koalitionskrieges in der „warmen Tiebel“ gebadet haben.
Schon beim Betreten des Quellgebiets wird man vom ständigen Glucksen und Rauschen des Wassers begleitet. Schmale Steige führen über kleine Brücken und Holzstege, vorbei an zahlreichen Bacharmen in dem sich Wasserräder drehen. Nur rund hundert Meter nach dem Quellbereich vereinen sich die vielen Bächlein zur Tiebel, die später durch Feldkirchen und das Bleistätter Moor fließt und schließlich in den Ossiacher See mündet.

Die Kraft des Wassers wurde schon früh genutzt. Um 1900 standen entlang der Tiebel rund dreißig Haus- und Mautmühlen, zehn Eisen- und Hammerwerke, zehn Sägewerke, eine Pappenfabrik sowie eine Pulverstampfe. Noch bis in die Nachkriegszeit waren allein im Quellgebiet 16 Bauernmühlen in Betrieb. Von den einst elf Flodermühlen ist heute nur noch die „Mehlteurermühle“ erhalten.
Die Tiebelquellen sind nicht nur ein Naturidyll, das in der Eiszeit entstanden ist, sondern auch ein in Europa einzigartiges Landschaftsdenkmal.
Und wie es sich für einen besonderen Ort gehört, rankt sich auch eine Sage um die Quellen. Sie erzählt, dass der Präkopberg einen unterirdischen See verbirgt. „Wenn einst in Himmelberg ein Pfleger (gräflicher Beamter) mit einem auffälligen Mal im Gesicht lebt und gleichzeitig in Tiebel ein Bauer zwei schwarze Stiere besitzt, werde die Tiebel ausbrechen und das gesamte Himmelberger Kesseltal überfluten…“ Die Furcht davor hält sich bis heute in Grenzen.




















